Wer hat sich denn da auf mein Wurstbrot gesetzt?
Frohe Ostern!

eigentlich ein ganz normales maishuhn mit mittig durchgesäbelter brust und geknäcktem rücken zur letzten ruhe gelegt. zuvor einbalsamiert mit olivenöl, paprika, knoblauch und thaicurry. flach in der pfanne bei 180° ca. 1 stunde im ofen und anschließend nochmal 1 halbe stunde vollgas bei 220° und das biest ist nicht umsonst gestorben.
dies ist die ungebackene version, in etwa 2 stunden serviere ich die verzehrbereite variante.

Das alljaehrliche ‘Weizen-Ernte-Fest’ (im Maerz) ruft natuerlich auch die ‘Grillmeister’ auf den Plan: Ein Feuerchen, ein paar Wuerstchen und etwas (Rind-)Fleisch und schon kann der Spass losgehen.
Der Begriff Shiitake-Pilz ist unsinnig, weil, wie man ja weiss, „take“ übersetzt Pilz heisst. Er gehört wie übrigens auch der Buchenschleimrübling zur Familie der Schwindlingsartigen (Marasmiaceae). Dies, nachdem er generationenlang fälschlicherweise den Ritterlingsartigen zugerechnet worden war!
Der deutschen Wikipedia ist zu entnehmen, dass er – surprise, surprise – im frischen Zustand einen „feinen, pilzigen Geruch“ verströmt. Man ist fast versucht zu mutmaßen: shiitakig. (Für Kenner: umami.)

Ich verwende Shiitake (ohne Stiel, da zäh) vor allem zum Aromatisieren. Dann reicht eine Handvoll. In diesem Falle war es eine Pastetchenfüllung mit grüner Peperoni, Aubergine, Broccoli und Linsensprossen an einer Weisswein/Rahmsauce. Etwas unkonventionell vielleicht, aber durchaus nachkochenswert! (Ach ja, die Broccoliröschen sollte man separat kochen!) Das Resultat habe ich dann leider nicht fotografiert, weil ich Hunger Appetit hatte.
Die Pilze kann man auch getrocknet kaufen, was aber ziemlich sinnfrei ist, da sie das ganze Jahr über frisch angeboten werden. Aus Zucht, natürlich.
Sie werden aber trotzdem getrocknet. Dann kann man sie nämlich pulverisieren und in Kapseln verpackt verkaufen. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: die übliche Abzocke.
Shiitake (Stichwort: Biovitalstoffe …) soll wirken gegen Tumore, Leberzirrhose und Arteriosklerose, gegen Kinderlähmung, Mumps, Masern und Herpes simplex usw. usf., und es ersetze die Grippeimpfung, wird gesagt.
Nur etwas stimmt mich nachdenklich. Das „Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin“ vermeldet nämlich:
Formaldehyd-Gehalte in Shiitake-Pilzen, wie sie im Rahmen des europäischen Schnellwarnsystems gemeldet wurden, sind im Sinne von § 8 LMBG nicht als geeignet anzusehen, die menschliche Gesundheit zu schädigen.
Eine Alternative für Vegetarier oder Teilzeitkarnivoren:

Es ist ein Produkt aus Weizen und Soja, das wohl in irgendwelchen riesigen Gärbottichen aufbereitet wird, über x Förderbänder x Produktionsschritte durchläuft und dann in praktische 200g-Beutel abgepackt dem Konsumenten angeboten wird. In verschiedener Machart, teilweise aber auch dasselbe unter verschiedenen Labels, nehme ich mal an.

Es ist nicht nur „zum Verzehr geeignet“ sondern tatsächlich essbar. Ich hab’s ausprobiert in einem Chili, ebenso als Sauce bolognaise, und ich habe sogar Buletten daraus gebraten. Immer nach herkömmlichen Rezepturen. Es ist eine echte Alternative (und natürlich teurer …).
Es wird wohl beim Anbraten eine ähnliche Reaktion ablaufen wie die Maillardsche, die dem Fleisch den typischen Geschmack verleiht. Ein Karamellisieren der Proteine. Oder so.
Tofuvarianten und Seitan fallen dagegen ab.
Eines der beiden Fotos zeigt übrigens Katzenfutter.
Apium graveolens L.
Übersetzung:
Graveolens: stark riechend. Andererseits gilt: pecunia non olet (s.a. Vespasian -> fr. vespasienne, it. vespasiano, de: Pissoir) - Geld stinkt nicht. Neudeutsch als Euphemismus: Geld oelt nicht (aber es schmiert). Kurz: Ein kostenneutrales Doldengewächs, von Linné klassifiziert.
Russisch: Сельдерей. Vietnamesisch: Cần tây
Update: Malaysisch: Daun Sop
Die unten abgebildete Varietät ist ein Staudensellerie. Auch Bleichsellerie genannt oder St*ngelsellerie.

Staudensellerie hat in der Kalten Küche Furore gemacht. Vor allem als Dip oder in Salaten. Mein Favorit: mit Birne und Roquefort-Sauce. (Die Reminiszenz an Kohl entfällt heute.)
Geschmort bildet er eine aparte Beilage. (Zum Schluss die gehackten Blätter drunterziehen!) — Zur Abwechslung kann man ihn auch mit einer Spur Curry abschmecken oder mit einem Schuss Pernod.
Spanisch: Granada; russisch: Гранатник, schwedisch: Granatäpple, vietnamesisch: Cay luu.
Update: malaysisch: Delima
Die Namensgebung muss erfolgt sein, bevor man Clusterbomben kannte.

Es wird überliefert, dass es sich beim Baum der Erkenntnis um einen Granatapfelbaum gehandelt habe. Auch ist der Reichsapfel ein Granatapfel, obwohl er bereits Aphrodite attribuiert wurde.

Der Saft wird zum Färben von Teppichen verwendet, ist aber auch trinkbar. Zum Sirup eingedickt nennt er sich „Grenadine“.

Die Fruchtkerne sind eine attraktive Ergänzung zu Desserts verschiedenster Art, können aber auch Salate bereichern.
Bei mir landeten sie allerdings in einem Linsencurry mit Mango und Sauerrahm. (Der Lateiner nennt diese Zubereitungsart „cum grano salis“, „mit gesalzenem Kern“.)

Es wundert nicht, dass der Frucht aphrodisiakische Wirkung zugeschrieben wird. Entsprechend hat sich die übliche Abzockerei etabliert. Und in der Naturheilkunde erst recht. Aus der einschlägigen Werbung:
Der Granatapfel wirkt sowohl als schwaches pflanzliches Östrogen und lindert dadurch Wechseljahresbeschwerden als auch antiöstrogen und schützt so vor Brustkrebs.
Gegen Prostatakrebs hilft er ebenso, wie er gegen Arthritis und Alzheimer wirken soll.
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Und noch ein praktischer Tipp, gefunden auf einer nicht weiter erwähnenswerten Webseite: „Granatapfel am besten wie eine Orange schälen.“ — Versuchen Sie das mal … :-)
(Und es würde mich nicht wundern, wenn dort jede Variante einen eigenen Rezepteintrag erhielte à la: „Feldsalat mit Granatapfel“, „Eichblattsalat mit Granatapfel“, „Rucolasalat mit Granatapfel“, „Obstsalat mit Granatapfel“ etc.)
Die waren noch übrig. :-)