Avocado
Die Avocado ist — Achtung: Bildungsbloggen! — eine Beere. Sie wird vor allem gekauft, um daraus Avocadobäumchen zu ziehen: das standardisierte Verfahren um herauszufinden, ob jemand einen Grünen Daumen besitzt oder nicht.
Dazu verwendet man, wohlgemerkt, nur den Kern. Dieser findet sich relativ leicht in der Mitte der Beere. Der Rest lässt sich umweltverträglich entsorgen. (Nur die ledrige Haut gehört in den Sondermüll. Mehr darüber weiter unten.)

Zum Auskeimenlassen bieten sich zwei Möglichkeiten an:
Handwerklich Begabte fxieren den Kern mit drei Zahnstochern über einem Glas mit Wasser, so dass er knapp über dem Wasserspiegel platziert ist. Dabei ist täglich der Wasserstand zu überprüfen beziehungsweise Wasser nachzugiessen. Selbstredend, dass dazu levitiertes Wasser verwendet wird, das „in diesem nicht gravitativen, mikropartiellen Zustand ganz besondere Formen der Stoffwechselsituation ermöglicht“.
Variante II (erfolgversprechender): Einbuddeln und abwarten. (Warmer Standort, aber nicht zu feucht.)
Nicht zu unterschätzen ist ein zweiter Absatzmarkt: Statt zu kompostieren lässt sich die Verpackung des Kerns zu einer Gesichtsmaske vermantschen. Angereichert mit Buttermilch, Eigelb, Honig oder Sahne, abgeschmeckt mit Majoran, Thymian und einer Prise Cayenne (belebt die Augenpartie) lassen sich hübsche Effekte erzielen.
Als eher profane Verwendungsmöglichkeit wäre noch der Verzehr derselben ins Auge zu fassen. Halbieren, die Kernhöhle mit einer Vinaigrette auffüllen und dann auslöffeln, was man sich eingebrockt hat. Eine genial einfache Vorspeise und — lecker!
Welche Teufelei allerdings dahintersteckt, dass diese Dinger neuerdings, zu Recht, als „garantiert genussreif“ angeboten werden können, muss ich noch herausfinden.





