Archive for the 'Kartoffeln' Category

Blauer Schwede

Veröffentlicht von ajku am 12. Mai 2008 | Kartoffeln, Pilze

Diese Knolle war BlogmodelKartoffel des Jahres 2006:

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Die Farbe bleibt beim Kochprozess annähernd erhalten, was vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist, wie folgende Hommage an H.J. Giger zeigt:

giger_480.jpg

 

Blini mit Blauem Schweden
auf Champignon-Coulis

Zum Rezept ein paar Stichworte:

Die Blintschiki/Crêpes/Pfannkuchen nach Hausrezept herstellen. – Die gepellten und gekochten (Achtung: kurze Garzeit!) Blauen Schweden mit der Gabel zermanschen, so wie es Peter I. immer mal wieder vorhatte, mit Rahm verfeinern, was Peter I. wiederum abgelehnt hätte, und damit die Blini bestreichen. – Zusammenrollen und quer schneiden.

Champignons kleinschneiden, in Butter anziehen und mit Weisswein ablöschen. Zusammen mit Crème fraiche und wenig Tomates concassées auf kleinem Feuer reduzieren. – (Und natürlich würzen.)

Was unbedingt dazugehört, à part, ist Meerrettichschaum!

Das Rezept dürfte sich in jeder Alters-WG bewähren.

 

Größere Bilder: Blauer Schwede, Blini

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Von den einfachen Dingen des Lebens

Veröffentlicht von ajku am 04. Mrz 2008 | Kartoffeln

Goldener Herbst. Lagerfeuer. Beim Bauern nebenan ein paar vergessene Kartoffeln ausgebuddelt und Alufolie der nächsten Müllkippe recycelt — nichts steht mehr im Wege für eine Schlemmermahlzeit, wie sie der Städter nie geniessen wird.

Das ist es, was Günter Grass in seiner Blechtrommel einführend beschreibt, gekrönt durch einen Zeugungsakt, der in seiner allegorischen Bedeutung weit über das übliche Gemampfe hinausgeht. Man entschuldige das unanständige Wort Gemampfe.

 

Baked potatoes

 

Baked potatoes, als Beilage, waren eine zeitlang beliebt von faulen Köchen, die ihre Faulheit zur Tugend machten. Ein Steak aus der Fertigmarinade gefischt und auf den Grill geklatscht, nachdem man zur Vorbereitung der Vorspeise lediglich einen Eisbergsalat vierteln musste — dies führte regelmässig zu derartigem Stress, dass dem Wunsch nach einer bestimmten Garzeit, angedeutet etwa dadurch, dass der Gast sich erdreistete, das Wort „saignant“ in den Mund zu nehmen, wo doch nun „rare“ zum Vokabular gehörte, was nur für Deppen dasselbe bedeutete, kurzum, das führte in der Küche zu derartigem Stress, dass die Dinger in einer Konsistenz auf den Teller kamen, die zwar nicht an Schuhsohle erinnerte, da sei das Tumblern vor, aber lebhaft an die Dringlichkeit, einen Zahnarzttermin zu reservieren.

Dass man fürs Öffnen der Sauce-Bidons eine Hilfskraft einstellen musste, erklärte die unverschämt hohen Preise dieser Etablissements, die sich „Steak House“ nannten und sich nicht entblödeten, zur Unterstützung der Authentizität „Heinz Ketchup“ auf die Tische zu stellen. Im sogenannten „ménage“, wie der Deutschschweizer zu sagen pflegt, das auch hier meist eine „ménage à trois“ war. Zusammen mit Salz und Pfeffer. Respektive Überschätzung der eigenen Cleverness, gesellt zu gastronomischer Tieffliegerei und Unterschätzung des Kunden.

(Das sind denn auch Tempi passati. Und ich könnte relativ locker 100 Zubereitungsarten von Kartoffeln aufzählen. Baked potatoes wären nicht darunter.)

Größer (1764×1182)

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