Obst willst oder nicht …

Bei Freunden in Costa-Rica gibt’s immer Obst am Tisch …

Bei Freunden in Costa-Rica gibt’s immer Obst am Tisch …
Die Avocado ist — Achtung: Bildungsbloggen! — eine Beere. Sie wird vor allem gekauft, um daraus Avocadobäumchen zu ziehen: das standardisierte Verfahren um herauszufinden, ob jemand einen Grünen Daumen besitzt oder nicht.
Dazu verwendet man, wohlgemerkt, nur den Kern. Dieser findet sich relativ leicht in der Mitte der Beere. Der Rest lässt sich umweltverträglich entsorgen. (Nur die ledrige Haut gehört in den Sondermüll. Mehr darüber weiter unten.)

Zum Auskeimenlassen bieten sich zwei Möglichkeiten an:
Handwerklich Begabte fxieren den Kern mit drei Zahnstochern über einem Glas mit Wasser, so dass er knapp über dem Wasserspiegel platziert ist. Dabei ist täglich der Wasserstand zu überprüfen beziehungsweise Wasser nachzugiessen. Selbstredend, dass dazu levitiertes Wasser verwendet wird, das „in diesem nicht gravitativen, mikropartiellen Zustand ganz besondere Formen der Stoffwechselsituation ermöglicht“.
Variante II (erfolgversprechender): Einbuddeln und abwarten. (Warmer Standort, aber nicht zu feucht.)
Nicht zu unterschätzen ist ein zweiter Absatzmarkt: Statt zu kompostieren lässt sich die Verpackung des Kerns zu einer Gesichtsmaske vermantschen. Angereichert mit Buttermilch, Eigelb, Honig oder Sahne, abgeschmeckt mit Majoran, Thymian und einer Prise Cayenne (belebt die Augenpartie) lassen sich hübsche Effekte erzielen.
Als eher profane Verwendungsmöglichkeit wäre noch der Verzehr derselben ins Auge zu fassen. Halbieren, die Kernhöhle mit einer Vinaigrette auffüllen und dann auslöffeln, was man sich eingebrockt hat. Eine genial einfache Vorspeise und — lecker!
Welche Teufelei allerdings dahintersteckt, dass diese Dinger neuerdings, zu Recht, als „garantiert genussreif“ angeboten werden können, muss ich noch herausfinden.

Diese Karotten sind eine Züchtung zwischen Ur-Möhre und unseren neumodischen Möhrchen. Sie haben einen speziellen Namen, den ich aber nicht erwähnen werde und der sich kaum durchsetzen wird.
Sie sind selbstverständlich noch gesünder usw. usf. Schade nur, dass die Farbe nicht kochecht ist :-(

In Plastik eingeschweißt findet man diese kulinarisch fragwürdige Zusammenstellung aus Wurst, Käse und Weißbrot in den Kühlregalen der Supermärkte.
In der Mikrowelle wird dieses Gericht Zeug warm, aber nicht wirklich appetitlich. Immerhin, so vergewisserte mir der Bürokollege, erfüllt es seine Bestimmung in Form der Sättigung.
Na dann: Guten Appetit!
Eine kleine Vorspeise, heute ausprobiert, die ich den treuen Lesern des „Mahlzeit“-Blogs widme.

Zucchini, von denen man sich was abschneiden kann, getrocknete Tomaten, Staudensellerie, gehobelter Parmesan. Olivenöl und Pfeffer.
Mahlzeit!
Goldener Herbst. Lagerfeuer. Beim Bauern nebenan ein paar vergessene Kartoffeln ausgebuddelt und Alufolie der nächsten Müllkippe recycelt — nichts steht mehr im Wege für eine Schlemmermahlzeit, wie sie der Städter nie geniessen wird.
Das ist es, was Günter Grass in seiner Blechtrommel einführend beschreibt, gekrönt durch einen Zeugungsakt, der in seiner allegorischen Bedeutung weit über das übliche Gemampfe hinausgeht. Man entschuldige das unanständige Wort Gemampfe.

Baked potatoes, als Beilage, waren eine zeitlang beliebt von faulen Köchen, die ihre Faulheit zur Tugend machten. Ein Steak aus der Fertigmarinade gefischt und auf den Grill geklatscht, nachdem man zur Vorbereitung der Vorspeise lediglich einen Eisbergsalat vierteln musste — dies führte regelmässig zu derartigem Stress, dass dem Wunsch nach einer bestimmten Garzeit, angedeutet etwa dadurch, dass der Gast sich erdreistete, das Wort „saignant“ in den Mund zu nehmen, wo doch nun „rare“ zum Vokabular gehörte, was nur für Deppen dasselbe bedeutete, kurzum, das führte in der Küche zu derartigem Stress, dass die Dinger in einer Konsistenz auf den Teller kamen, die zwar nicht an Schuhsohle erinnerte, da sei das Tumblern vor, aber lebhaft an die Dringlichkeit, einen Zahnarzttermin zu reservieren.
Dass man fürs Öffnen der Sauce-Bidons eine Hilfskraft einstellen musste, erklärte die unverschämt hohen Preise dieser Etablissements, die sich „Steak House“ nannten und sich nicht entblödeten, zur Unterstützung der Authentizität „Heinz Ketchup“ auf die Tische zu stellen. Im sogenannten „ménage“, wie der Deutschschweizer zu sagen pflegt, das auch hier meist eine „ménage à trois“ war. Zusammen mit Salz und Pfeffer. Respektive Überschätzung der eigenen Cleverness, gesellt zu gastronomischer Tieffliegerei und Unterschätzung des Kunden.
(Das sind denn auch Tempi passati. Und ich könnte relativ locker 100 Zubereitungsarten von Kartoffeln aufzählen. Baked potatoes wären nicht darunter.)
Die Physalis (Physalis peruviana) wird wegen ihrer Herkunft auch Andenbeere genannt. Sie ist verwandt mit unserer Lampionblume. (Die hat allerdings eine rote Hülle und ist nicht essbar.) Sie wächst auf Sträuchern oder Dessert-Tellern.
Ein weiterer Name ist „Blasenkirsche“. Siehe dazu auch Physalis2.0.
Die Physalis ist ein Nachtschattengewächs, was auf dem Bild deutlich erkennbar ist:
